WG-Einkauf aufteilen: Wer zahlt was?
Kurz gesagt
Einen WG-Einkauf teilt ihr fair auf, indem ihr gemeinsame Artikel und private Extras direkt auf dem Bon trennt. Küchenrolle, Spülmittel und ein gemeinsames Abendessen gehen an alle. Hafermilch, Proteinpudding oder das Feierabendbier zahlt die Person, die es wollte. Rechnet am selben Tag ab. Dann wird aus einem 46-Euro-Rewe-Bon kein Thema für die nächste WG-Sitzung.
Moritz kommt mit zwei vollen Taschen aus dem Rewe in Bremen. Auf dem Bon stehen Nudeln, Tomaten, Küchenrolle, Hafermilch, zwei Mate und ein erstaunlich teurer Feta. Drei Leute wohnen zusammen. Alle wollen kochen. Aber eben nicht alles. Genau dann wird "wir teilen einfach durch drei" schnell schief.
Der faire Weg ist meistens nicht kompliziert. Ihr müsst nur entscheiden, was wirklich gemeinsam war und was privat bleibt. Macht das direkt nach dem Einkauf. Ein später gefundenes, fettiges Bon-Papier hat noch keine WG gerettet.
Was gehört beim WG-Einkauf in die gemeinsame Rechnung?
Gemeinsame Artikel sind Dinge, die alle in der WG benutzen oder bewusst zusammen essen. Private Artikel bleiben privat. Dazwischen gibt es ein paar Grenzfälle. Die klärt ihr besser einmal als bei jedem Einkauf neu.
| Artikel | So teilt ihr ihn meist fair auf | Warum |
|---|---|---|
| Küchenrolle, Spüli, Müllbeutel | Gleich auf alle | Alle benutzen es, auch wenn niemand Buch darüber führt. |
| Nudeln, Tomaten, Öl für ein gemeinsames Essen | Nur auf die Mitesser | Wer beim Abendessen nicht dabei war, zahlt auch nicht mit. |
| Hafermilch, Proteinpudding, Bier | Privat | Es gibt keinen Grund, fremde Vorlieben mitzufinanzieren. |
| Kaffee, Salz, Gewürze | Vorher als Regel festlegen | Manche nutzen es zusammen, manche trinken ihren Kaffee wie eine Glaubensfrage. |
So rechnet ihr einen WG-Einkauf in fünf Minuten ab
Der Ablauf funktioniert bei einer Zweier-WG genauso wie bei fünf Leuten. Wichtig ist nur, dass ihr beim Bon bleibt und nicht beim Bauchgefühl.
- Fotografiert den Bon oder bewahrt ihn auf. Ohne Betrag und Artikel wird es später eine Gedächtnisübung.
- Markiert gemeinsame Artikel. Alles, was für die ganze Küche ist oder bewusst zusammen gegessen wurde, bekommt alle Beteiligten.
- Ordnet private Sachen zu. Die Mate für Jana und die Hafermilch für Moritz bleiben bei ihnen.
- Prüft kurz die Gesamtsumme. Rabatte, Pfand und Rückgaben gehören dazu. Sonst fehlen am Ende 3,30 Euro und alle rechnen wieder von vorn.
- Gleicht direkt aus. Entweder jemand schickt den Betrag per PayPal oder ihr lasst die Ausgabe im laufenden WG-Saldo stehen.
Die faire Regel für WG-Einkäufe ist simpel: Gleich teilen, wenn alle es nutzen. Einzeln zuordnen, wenn es klar einer Person gehört. Alles andere besprecht ihr einmal und haltet euch danach daran.
Warum eine gemeinsame Kasse allein oft nicht reicht
Eine WG-Kasse ist für Toilettenpapier, Öl oder Putzmittel angenehm. Sie wird schräg, sobald der Wocheneinkauf aus gemeinsamen Basics und privaten Sachen besteht. Dann zahlt eine Person plötzlich für das teure Müsli der anderen. Oder niemand kauft mehr etwas für alle, weil das Nachrechnen nervt.
Für Fixkosten wie Strom, Internet oder Rundfunkbeitrag ist eine feste Regel sinnvoll. Beim Einkauf braucht ihr etwas anderes: eine Artikel-Liste und einen aktuellen Saldo. Wie ihr eure ganze WG-Kasse aufsetzt, haben wir im Artikel WG-Kasse einrichten aufgeschrieben. Für Strom und Internet gibt es außerdem unseren Guide zum Aufteilen von WG-Nebenkosten.
Damit aus den einzelnen Bons eine saubere Monatsübersicht wird, braucht ihr eine kurze WG-Abrechnung. Wenn gerade jemand neu einzieht, helfen unsere Regeln zu gemeinsamen Kosten beim WG-Einzug.
Vier Regeln, die im WG-Alltag halten
Ihr müsst dafür kein Regelwerk an den Kühlschrank hängen. Vier kurze Absprachen reichen meistens, wenn sie für alle verständlich sind.
- Gemeinsame Basics liegen auf einer Liste. Dazu zählen bei euch vielleicht Öl und Müllbeutel, aber nicht automatisch Kaffee oder Hafermilch.
- Wer für alle einkauft, darf den Bon am selben Abend teilen. Niemand muss erst eine Woche warten, bis jemand daran denkt.
- Bei einem gemeinsamen Abendessen zählen nur die Menschen mit, die auch essen. Besuch wird vorher kurz abgesprochen.
- Wenn jemand etwas nicht mehr mitnutzt, ändert ihr die Regel. Die neue Mitbewohnerin muss nicht für den Vorrat zahlen, den sie nie angerührt hat.
Das klingt banal, erspart aber den stillen Frust, der irgendwann in einer passiv-aggressiven Nachricht über drei Rollen Küchenpapier landet. Und es lässt sich bei einem Einzug sofort mit der neuen Person besprechen.
Was bei Ein- und Auszügen anders wird
In einer WG ändert sich die Besetzung. Deshalb sollten offene Einkäufe bis zu einem klaren Datum abgerechnet sein, bevor jemand auszieht. Vorräte können in der Küche bleiben, wenn sich alle einig sind. Eine volle gemeinsame Kasse oder ein teurer Wocheneinkauf braucht dagegen eine kurze, konkrete Absprache.
Bei Fixkosten gilt dieselbe Logik: Wer bis zum 15. im Zimmer wohnt, gehört bis dahin in die Rechnung. Wer am 16. einzieht, startet ab diesem Tag. Die Verbraucherzentrale empfiehlt auch beim gemeinsamen Haushalt, vorab zu klären, ob zusammen eingekauft und gekocht wird. Ihre Fragen zur ersten eigenen Wohnung sind dafür ein guter Ausgangspunkt.
Spießer bleibt bei WGs
Spießer soll keine App sein, die gleichzeitig Urlaub plant, Aufgaben verteilt und dein ganzes Leben verwaltet. Der Fokus liegt auf WG-Kosten, artikelscharfen Einkäufen und schnellen Finanzausgleichen. Als Nächstes arbeiten wir daran, Ein- und Auszüge bei der Abrechnung sauber zu berücksichtigen. Das ist noch in Arbeit. Bis dahin hilft ein klarer Stichtag und ein aktueller Saldo.
Der schnelle Weg: Bon scannen, Artikel zuordnen, fertig
Wenn ihr jeden Einkauf händisch in eine Tabelle tippt, macht ihr es vielleicht drei Wochen. Danach liegt der Bon wieder neben dem Toaster. Spießer ist für diesen einen WG-Ablauf gebaut: Kassenbon fotografieren, Artikel aufteilen, sehen wer wem etwas schuldet und mit möglichst wenigen Zahlungen ausgleichen. Warum ich Spießer baue, steht hier.
Spießer ist für iPhone im App Store verfügbar. Android testen wir weiter mit echten WGs. Wenn bei euch gerade eine Person einzieht, auszieht oder immer den Großeinkauf vorstreckt, ist das ein guter Moment, euren Ablauf einmal sauber aufzusetzen.
Den nächsten WG-Einkauf direkt fair aufteilen
Für iPhone kannst du Spießer jetzt laden. Für Android kannst du dich für den nächsten Test vormerken.
Im App Store laden Android testenFAQ
Wie teilt man einen WG-Einkauf fair auf?
Trennt zuerst gemeinsame Artikel von privaten. Gemeinsame Dinge wie Spülmittel oder Küchenrolle könnt ihr gleich teilen. Bei Lebensmitteln sollte jede Person nur die Artikel bezahlen, die sie wirklich mitisst oder selbst gekauft hat.
Welche Einkäufe gehören in die WG-Kasse?
In die WG-Kasse gehören Dinge, die alle benutzen: Putzmittel, Toilettenpapier, Müllbeutel, Öl, Salz oder ein gemeinsames Abendessen. Private Snacks, Alkohol oder Spezialprodukte bleiben besser bei der Person, die sie wollte.
Wann sollte man einen WG-Einkauf abrechnen?
Am besten direkt nach dem Einkauf, solange der Bon noch da ist und sich alle erinnern. Wer später abrechnet, muss oft erst klären, ob die Hafermilch für alle war oder doch nur für eine Person.
Was passiert mit gemeinsamen Kosten, wenn jemand aus der WG auszieht?
Rechnet offene Einkäufe bis zum Auszugstag ab und entscheidet separat, was mit Vorräten oder einer gemeinsamen Kasse passiert. Fixkosten wie Strom oder Internet brauchen einen klaren Stichtag. Spießer arbeitet an einem Ablauf, der Ein- und Auszüge bei der WG-Abrechnung einfacher berücksichtigt.
Welche App hilft beim Aufteilen von WG-Einkäufen?
Spießer ist eine kostenlose App für WGs. Du fotografierst den Kassenbon, teilst Artikel einzeln zu und siehst danach, wer wem noch etwas schuldet. Für iPhone ist Spießer im App Store verfügbar.