Finanzen

WG-Haushaltsbuch: Warum du eins brauchst (und wie es funktioniert)

2. Januar 2026
6 Min. Lesezeit

Kennt ihr das? Monatsende, alle sind knapp bei Kasse, und dann kommt die Frage auf: "Wer hat eigentlich letzte Woche den Großeinkauf bezahlt?" Stille. Dann kramt jemand einen verknitterten Kassenbon aus der Jackentasche. Drauf steht: 67,43 Euro. Aber wer hat was davon gegessen?

In meiner ersten WG in Köln lief das drei Monate so. Am Ende hatte Viola das Gefühl, immer draufzuzahlen. Moritz meinte, er kauft ja nie was Teures. Ich hatte keine Ahnung, wer recht hat. Keiner konnte es beweisen, weil es nirgendwo stand.

Ein Haushaltsbuch hätte das verhindert. Nicht weil es Spaß macht, eins zu führen. Sondern weil man ohne eins nur raten kann.

Was ein WG-Haushaltsbuch leisten muss

Ein Haushaltsbuch für eine WG ist was anderes als das Ding, das deine Oma geführt hat. Die hat ihre eigenen Ausgaben aufgeschrieben. In einer WG geht es um geteilte Ausgaben, und da wird es schnell unübersichtlich.

Du brauchst Antworten auf drei Fragen:

Die dritte Frage ist die, an der die meisten Systeme scheitern. Beim Großeinkauf kauft einer für 80 Euro ein: Klopapier ist für alle, die Bio-Hafermilch nur für zwei, und die Tüte Gummibärchen war privat. Wenn du das nicht pro Artikel aufschlüsselst, wird es nie fair.

Ein WG-Haushaltsbuch, das nur Gesamtbeträge erfasst, ist wie ein Fahrtenbuch ohne Kilometerstände. Es sieht ordentlich aus, bringt aber nichts, wenn's drauf ankommt.

Die klassischen Methoden (und warum sie nerven)

Die meisten WGs probieren irgendwann eine dieser Varianten:

Der Zettel am Kühlschrank. Jeder soll eintragen, was er ausgegeben hat. Nach zwei Wochen ist der Zettel vollgekritzelt, halb unleserlich, und es fehlen mindestens drei Einkäufe. Dazu kommt: Wer schreibt schon "6x Augustiner" auf den WG-Zettel, wenn Besuch da war?

Die geteilte Excel-Tabelle. Klingt erwachsen. Ist es auch, für ungefähr eine Woche. Dann vergisst jemand einen Eintrag, ein anderer überschreibt eine Formel, und beim nächsten WG-Abend rechnet ihr eine halbe Stunde rum, statt Pizza zu bestellen. Wir haben das in Leipzig versucht. Die Datei hieß am Ende "WG_Kosten_v4_FINAL_diesmal_echt.xlsx".

Splitwise und Co. Gut für Pauschalbeträge. Einer zahlt, alle teilen gleich. Funktioniert im Urlaub, wenn einer das Airbnb bezahlt. In der WG kaufst du aber selten etwas, das wirklich alle gleich nutzen. Die Hafermilch-Frage bleibt offen.

Worauf es wirklich ankommt

Nach vier WGs und diversen gescheiterten Systemen weiß ich: Es muss schnell gehen. Wenn das Eintragen länger als 30 Sekunden dauert, macht es keiner. Und "keiner" heißt nicht "niemand von Anfang an", sondern "alle machen mit, bis einer aufhört, und dann kippt es bei allen".

Außerdem muss es auf dem Handy funktionieren. Kein Mensch setzt sich abends an den Laptop, um drei Artikel vom Rewe einzutragen. Man will das auf dem Nachhauseweg erledigt haben, bevor man den Bon in die Jackentasche knüllt und vergisst.

Und: Es muss pro Artikel gehen. Nicht pro Einkauf. Sonst zahlst du mit für Sachen, die du nie angerührt hast, und schluckst es runter, weil du keinen Stress willst. Bis du irgendwann doch Stress willst.

Wie Spießer das löst

Genau für dieses Problem hab ich Spießer gebaut. Du machst ein Foto vom Kassenbon. Die App liest per OCR die einzelnen Artikel aus, mit Preisen und Laden. Dann hakt jeder in der WG an, was er davon haben wollte. Die App rechnet den Rest.

Das ist im Grunde ein automatisches Haushaltsbuch. Jeder Einkauf wird erfasst, jeder Artikel zugeordnet, jede Schuld berechnet. Ohne abtippen, ohne Formeln, ohne Sonntagabend-Abrechnungsrunden.

Der entscheidende Punkt: Weil es so wenig Aufwand ist, machen alle mit. Foto, fertig. Kein Zettel, kein Laptop, kein "trag ich morgen ein".

Haushaltsbuch war gestern. Kassenbon-Foto reicht.

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Und wenn ihr es doch analog machen wollt

Nicht jede WG will eine App. Verständlich. Wenn ihr es auf Papier oder in einer Tabelle versuchen wollt, dann achtet auf diese Sachen:

Legt einen festen Tag pro Woche fest, an dem abgerechnet wird. Sonntag nach dem Frühstück, Mittwoch nach dem Tatort, egal. Hauptsache regelmäßig. Sonst sammelt sich alles an und keiner hat Bock, drei Wochen nachzurechnen.

Schreibt nicht nur den Gesamtbetrag auf, sondern zumindest die Kategorien: Lebensmittel, Drogerie, Haushalt. So seht ihr, wo das Geld hingeht. Und wenn jemand findet, dass zu viel für Bier draufgeht, hat er wenigstens Zahlen dafür.

Klärt vorher, was WG-Ausgaben sind und was privat. Das klingt offensichtlich, aber in der Praxis diskutiert man darüber öfter als man denkt. Ist das Olivenöl WG-Sache? Und die Gewürze? Und der teure Parmesan? Einmal klären, aufschreiben, fertig.

Egal wie ihr es macht: Irgendeine Form von Haushaltsbuch spart euch den Streit. Ob mit Zettel, Tabelle oder App ist zweitrangig. Hauptsache, es steht irgendwo schwarz auf weiß.